April, April – Der Erfinder macht was er will

PatentQuiz – Welche Erfindungen gibt es wirklich und welche nicht?

Foto: shutterstock.com/ScandinavianStock

Der 1. April eines jeden Jahres ist ein besonderer Tag. An diesem Tag sind diverse Scherze und Späße erlaubt, ja sie werden sogar erwartet. Radiosender und Zeitungen verstecken humorige Falschmeldungen in ihren Ausgaben und Arbeitskollegen nehmen sich gegenseitig auf den Arm.

 

Erfinder und Tüftler allerdings meinen es immer ernst mit ihren Ideen und das auch am 1. April. Sie sind davon überzeugt, dass ihre technische Entdeckung der Menschheit dienlich ist und keineswegs lächerlich. Und doch findet sich bei den veröffentlichten Schutzrechten so manche absurde Erfindung, die an einen Aprilscherz erinnert. Die vermeintlich staubige und grau-triste Welt der Patente hält so manche Überraschung bereit. Wir haben bei unserer Recherche einige tollkühne Beispiele gefunden, aber Vorsicht: Nur drei Patente sind echt! Ein Patent hat sich dazwischen gemogelt, das es tatsächlich so nicht gibt. Finden Sie heraus welches?


1. Gabel gibt grünes Licht beim Essen

Abbildung 1: Griff einer Gabel mit Lichtdioden. Patentzeichnung.
Abbildung 1: Griff einer Gabel mit Lichtdioden. Patentzeichnung.

Offensichtlich hat das allzu tierisch hastige Essverhalten ihrer Mitmenschen die Erfinderinnen der Alarmgabel inspiriert. Diese US-amerikanische Erfindung aus dem Jahr 1995 beschreibt eine Gabel, die den Esstakt vorgibt.

 

Im Handgriff ist ein batteriebetriebenes Warnlicht integriert. Grünes Licht bedeutet: Zum Mund führen der Gabel erlaubt. Rotes Licht bedeutet: Warte noch mit dem nächsten Bissen. Undisziplinierte Schnellesser werden so auf ein gesundes und langsameres Essverhalten konditioniert.


2. Rotierender Eiskugelhalter für gleichmäßiges Abschlecken

Abbildung 2: Patentzeichnung des rotierenden Eiskugelhalters.
Abbildung 2: Patentzeichnung des rotierenden Eiskugelhalters.

Überhaupt steht die optimierte Nahrungsaufnahme im Fokus einiger Tüftler. So hilft die nachfolgende Erfindung dabei eine Eiskugel gleichmäßig abzulecken.

 

Dazu wird das Eis im Hörnchen motorisiert gedreht, der Eisesser muss nur noch seine Zunge gegen das rotierende Eis halten.

 

Als kleines technisches Extra kann der Eiskonsument auch die Dreh-Geschwindigkeit selbst regeln.


3. Selbststehender Spazierstock

Abbildung 3: Patentzeichnung des selbststehenden Stocks.
Abbildung 3: Patentzeichnung des selbststehenden Stocks.

Wer einen Gehstock benutzt, will diesen auch problemlos abstellen können. Das Problem: Stellt man den Stock an eine Wand oder einen Stuhl, fällt er häufig um. Gerade Menschen mit Gehbehinderungen haben dann ein Problem, denn sie können sich i.d.R. auch schlecht bücken.

 

Ein genialer deutscher Erfinder hat sich dieses Problems angenommen und einen „selbststehenden Stock“ erfunden. Am unteren Ende des Stocks befinden sich kleine, per Knopfdruck ausfahrbare Füßchen mit kleinen Saugnäpfen, die den Stock in der Senkrechten halten sollen. Ob das auch auf Sand funktioniert?


4. Lätzchen mit Krümellasche

Abbildung 4: Patentzeichnung der „Krümelschürze“.
Abbildung 4: Patentzeichnung der „Krümelschürze“ .

Die nächste Erfindung beschäftigt sich wie auch schon die Patente 1 und 2 mit dem Essen bzw. dem „Essvorgang“.

 

Eine Schürze wird mit einem Klebestreifen am Tisch befestigt. Alle Essensreste und Krümel, die sonst beim Essen auf den Tisch, die Kleidung oder den Boden fallen würden, werden in einer Restetasche akkurat aufgefangen und können nach dem Mahl problemlos entsorgt werden.


Die sieben Todsünden des Erfinders

Abbildung 5: Komikzeichnung des Europäischen Patentamts zum Thema „Die sieben Todsünden des Erfinders“. Titel: „Keiner will sie haben“.
Abbildung 5: Komikzeichnung des Europäischen Patentamts zum Thema „Die sieben Todsünden des Erfinders“. Titel: „Keiner will sie haben“.

Bei so vielen sonderbaren Patentveröffentlichungen ist es nicht verwunderlich, dass auch das Europäische Patentamt vor Erfindungen warnt, die keiner braucht. In der Verhaltensleitlinie Die sieben Todsünden des Erfinders werden Erfinder ausdrücklich davor gewarnt, völlig unnütze Dinge zum Patent anzumelden.

 

Der Patentanmelder muss in diesem Fall mit einer ablehnenden Reaktion seiner Umwelt rechnen, die vermeintlichen Käufer wenden sich ab. Viel Zeit und Geld wird investiert, aber die Welt wertschätzt seine geniale Idee nicht. Dementsprechend groß ist die Enttäuschung.

 

 

Manchmal führt die intensive Beschäftigung mit einer Sache eben zu „Betriebsblindheit“. Ratsam ist es auch für den genialsten Kopf, hin und wieder andere Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Will jemand meine Erfindung haben?! Bevor die Entwicklung fortschreitet, sollte diese Frage mit Ja beantwortet sein.

 

Idee und Redaktion: HAU/BAB