Unsere Geschichte

Meilensteine – von den Anfängen bis heute

  • Der Spatenstich am Standort Karlsruhe erfolgte 1976

    ...bereits ein Jahr später, 1977, wurde der Vorläufer des heutigen FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH gemeinsam von Bund und Ländern als naturwissenschaftliches Fachinformationszentrum gegründet. Der Gründungsdirektor des damals so genannten „FIZ 4 – Fachinformationszentrum Energie, Physik, Mathematik GmbH“ war Dr. Werner Rittberger (1927-2014).

     

    FIZ Karlsruhe entstand dabei aus fünf Vorläuferinstitutionen, die an zwei Standorten zusammengeführt wurden. Neben der ZAED waren dies die „Zentralstelle für Luft- und Raumfahrtdokumentation und -information, München“, „Redaktion Physikalische Berichte, Braunschweig“, „Redaktion Zentral­blatt für Mathematik Berlin“ und „Redaktion Zentralblatt für Didaktik der Mathematik Karlsruhe“.

    Spatenstich FIZ Karlsruhe 1976
  • Gründung und erster Gesellschaftsvertrag 1977

    Dr. Rittberger hat den ersten Gesellschaftsvertrag maßgeblich mitgestaltet. Weit voraus­schauend heißt es dort: „Die Gesellschaft hat die Aufgabe, wissenschaftliche und technische Informationsdienstleistungen auf den Fachgebieten Astronomie und Astrophysik, Energie, Kern­forschung und Kerntechnik, Luft- und Raumfahrt, Weltraumforschung, Mathematik und Physik zu erbringen oder verfügbar zu machen, sowie alle dazu erforderlichen Tätigkeiten auszuführen.“

    Dr. Rittberger im Büro, erste Broschüre mit Service-Angebot von FIZ Karlsruhe
  • Erster Online-Service "INKA Online" startet 1978 

    Die Gründerjahre waren geprägt vom Aufbau wichtiger bibliographischer und numerischer Datenbanken in den genannten Fachgebieten und entsprechender spezieller Retrievalsysteme. Bereits ein halbes Jahr nach Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrags startete am 1. Januar 1978 der erste Online-Service „INKA Online“ mit 40 Datenbanken.

    Präsentation des Online-Service INKA auf dem Dokumentartag 1978
  • 1979 eröffnet FIZ Karlsruhe seinen dritten Standort in Bonn

    Bereits 1979 eröffnet FIZ Karlsruhe neben dem Hauptsitz in Karlsruhe und dem Büro in Berlin seinen dritten Standort mit dem "Büro Bonn". Hier wurde und wird bis heute unser BINE Informationsdienst erstellt. BINE Informationsdienst vermittelt seit vielen Jahren praxisrelevante Ergebnisse aus der Energieforschung, insbesondere zu erneuerbaren Energien und Energiespartechniken – gründlich recherchiert und zielgruppenorientiert aufbereitet.

    Eröffnung Büro Bonn und erster Flyer
  • Deutsch-amerikanische Partnerschaft für STN startet 1983

    Die Grundlage dafür, dass FIZ Karlsruhe heute eine Eigenfinanzierungsquote von mehr als 75 % aufbringt, die überwiegend am freien Informationsmarkt erwirtschaftet wird, legte Dr. Rittberger mit einer deutsch-amerikanischen Partnerschaft. Diese besteht mittlerweile seit über 30 Jahren und hat sich als echtes Erfolgsmodell bewiesen: „STN International - The Scientific and Technical Information Network“.

     

    Der Kooperationsvertrag zur Gründung von STN International wurde 1983 unterzeichnet, und zwar zwischen FIZ Karlsruhe und der American Chemical Society (ACS), vertreten durch seine Chemical Abstracts Service Division (CAS). Ein Rechnernetzwerk zwischen Karlsruhe und Columbus (Ohio, USA) wurde geschaffen, mit dem erklärten Ziel, den Wissenschaftlern unabhängig von ihrem Standort detailliert erschlossene naturwissenschaftliche Information elektronisch zur Verfügung zu stellen – ein damals hochambitioniertes Unterfangen.

    Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zu STN
  • STN startet 1984 als Online-Service für wissenschaftliche Information und Patente

    Bereits 1984 waren die ersten Datenbanken über STN International verfügbar. Heute ist STN International mit mehr als 1,5 Milliarden Dokumenten der weltweit führende Informations-Service für wissenschaftliche Information und Patente.

    STN auf einem Messestand 1985 und Logo der 30-Jahrfeier 2014
  • Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1984

    Für seine hervorragenden Verdienste im Bereich der wissenschaftlich-technischen Information und Dokumentation wurde Dr. Rittberger 1984 von Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Daneben erhielt er ehrenvolle Berufungen in nationale und internationale Gremien.

    Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1984
  • Gesellschafterversammlung 1984

    Bei der Gesellschafterversammlung 1984 erfolgte die Aufnahme der Wissenschaftlichen Gesellschaften: MPG, FhG, DPG, VDI, GI. Diese sind bis heute Gesellschafter von FIZ Karlsruhe.

    Gesellschafterversammlung 1984
  • 1985 startet ZBMATH Online

    Das Zentralblatt Mathematik am Standort Büro Berlin, das ab 1979 zu FIZ Karlsruhe gehörte, betreibt seit 1985 bis heute das Zentralblatt in elektronischer Form als Online-Dienst. Heute heißt der Dienst zbMATH und ist der weltweit vollständigste Referatedienst für die mathematische Forschung.

    Zentralblatt Mathematik
  • STN gewinnt 1986 dritten Partner: Japan Science and Technology Corporation (JST)

    Bereits ab 1986, nur zwei Jahre nach dem Start von STN, trat die Japan Science and Technology Corporation (JST) dem Konsortium bei. Damit war auch ein dritter Kontinent – Asien – in STN vertreten. Die Kooperation mit JST endete 2006. Seit 2007 wird STN in Japan durch die Japan Association for International Chemical Information (JAICI) repräsentiert.

     

    Ein Jahr später, 1987, änderte FIZ Karlsruhe seinen Namen in „Fachinformationszentrum Karlsruhe, Gesellschaft für wissenschaftlich-technische Information mbH“.

    Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit JST und STN Broschüre
  • Führungswechsel: 1992 übernimmt Prof. Dr.-Ing. Georg Friedrich Schultheiss das Ruder bei FIZ Karlsruhe

    Der Professor für Maschinenbau übernahm 1992 die wissenschaftlich-technische Geschäftsführung von FIZ Karlsruhe.

     

    Unter seiner Führung wurde FIZ Karlsruhe kontinuierlich vom naturwissenschaftlichen Dokumentations- und Informationszentrum zu einer kundenorientierten Serviceeinrichtung für die Wissenschaft und die Wirtschaft ausgebaut. Damit begann die stärkere Ausrichtung auf das umfassende Angebot von internationaler Patentinformation und die internationale Vermarktung der Datenbanken an Kunden in Wissenschaft und Wirtschaft.

     

    Ein Meilenstein auf diesem Weg war der Vertrag mit Thomson Reuters zur Aufnahme des Derwent World Patents Index (DWPI) in STN. Der DWPI enthielt damals schon Patentinformationen aus den wichtigsten Industrieländern der Welt sowie vom Europäischen Patentamt und der WIPO.

    Prof. Dr.-Ing. Georg Friedrich Schultheiss, 2. von rechts
  • Partnerschaft mit CAS: Robert J. Massie (1949-2015)

    Ebenfalls 1992, zur gleichen Zeit wie Prof. Schultheiss, übernahm Robert J. Massie bei unserem STN-Partner Chemical Abstracts Service (CAS) das Ruder. 21 Jahre lang, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2014, war er FIZ Karlsruhe freundschaftlich verbunden und hat die Weiterentwicklung von STN mit geprägt.

    Robert J. Massie
  • 2003: Sabine Brünger-Weilandt wird neue Geschäftsführerin von FIZ Karlsruhe

    Seit 2003 ist Sabine Brünger-Weilandt die Direktorin und Geschäftsführerin. Seinerzeit war sie in den westlichen Bundesländern die erste Frau, die an die Spitze eines der rd. 80 Leibniz-Institute berufen wurde.

     

    Ihre Berufserfahrung in der Wirtschaft trug zu einer weiteren Professionalisierung von FIZ Karlsruhe bei. Gleichzeitig hat sie darauf hingewirkt, dass die Balance zwischen Wirtschaft und Wissenschaft neu austariert wurde und dass FIZ Karlsruhe in der deutschen Forschungsinfrastruktur klar positioniert und sichtbar ist. So hat sie den Begriff der „Informationsinfrastruktur“ mitgeprägt, und ihr wissenschaftspolitisches Engagement hat dazu beigetragen, dass er Eingang in das Koalitionsprogramm der Bundesregierung gefunden hat.  

     

    Unter ihrer Führung wurde die Transformation von FIZ Karlsruhe von einem naturwissenschaftlichen Fachinformationszentrum hin zu einem transdisziplinär und forschungsbasiert arbeitenden „Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur“ (Namenszusatz seit 2010) konsequent vorangetrieben und hält bis heute an.

    Sabine Brünger-Weilandt, Direktorin und Geschäftsführerin