Das Kristallstrukturdepot

Der Safe für anorganische Kristallstrukturen

Kristallstruktur

Mit der Digitalisierung der Wissenschaften ist die Bedeutung der Informationsinfrastruktur als Wegbereiter der Forschung immens gestiegen. Die Generierung, Speicherung, Auswertung und Visualisierung von Forschungsdaten erfordert effiziente Werkzeuge, Verfahren und Systeme.

Mit ICSD und seinem Datenrepositorium hat FIZ Karlsruhe sehr frühzeitig begonnen, sich intensiv für die Speicherung, Pflege und Auswertung kristallographischer Forschungsdaten einzusetzen.

Anlass für den Aufbau des Depots war die Erkenntnis, dass wichtige Kristallstruktur-Informationen in vielen Publikationen fehlten. Im Kristallstrukturdepot werden diese Kristallstrukturen hinterlegt. Diese Information kann dann von Wissenschaftlern, die mehr über den in einem Artikel beschriebene Kristall wissen wollen, abgerufen werden. 

Viele bekannte Zeitschriften aus dem Bereich der Kristallographie fordern ihre Autoren gezielt auf, ihre publizierten Kristallstrukturen im Kristallstrukturdepot von FIZ Karlsruhe zu hinterlegen. Aber auch ohne eine vorherige Publikation können Wissenschaftler unseren Service nutzen.

In diesem Repositorium, das jetzt gemeinsam mit dem CCDC angeboten wird, können Sie kristallographische Daten kostenlos, nachhaltig und über Open Access speichern und abrufen.


Ein Kristallstrukturdepot für die organische und anorganische Chemie

FIZ Karlsruhe und CCDC, zwei zuverlässige Datenbankbetreiber im Bereich Chemie, arbeiten zusammen an einem gemeinsamen Kristallstrukturdepot. Damit wird es erstmals möglich, Daten zu Kristallstrukturen über alle Chemie-Disziplinen – Organik, Anorganik, Metallorganik – hinweg gemeinsam zu deponieren und zugänglich zu machen. Die daraus resultierenden Funktionalitäten – die Suche in über einer Million kristallographischer Strukturen und die zentrale Deponierung von Daten für die Cambridge Structural Database (CSD) des CCDC und der Inorganic Crystal Structure Database (ICSD) von FIZ Karlsruhe sowie die ihnen zugrundeliegenden CIF-Depots – bieten große Vorteile für Forscher und Lehrende in allen Chemie-Disziplinen. Besonders interessant ist diese Entwicklung für Wissenschaftler, deren Forschung die Grenzen zwischen organischer, anorganischer und metallorganischer Chemie überschreitet.

Die vorhandenen Arbeitsabläufe zur professionellen Datenpflege und -veröffentlichung bei FIZ Karlsruhe werden beibehalten, sodass die Nutzer nach wie vor über die Datenbank ICSD Zugang zu hochwertigen Daten und fortschrittlichen Analysefunktionalitäten haben, auf die sie sich verlassen können.

Zu jeder definierten Kristallstruktur werden bei Aufnahme in das Depot eine sogenannte Deposition Nummer und eine DOI vergeben. Diese Nummern stellen eindeutige Zuordnungen zur hinterlegten Struktur dar und können in Publikationen als Referenz verwendet werden. Strukturinformationen, die zuvor in den Depots gespeichert wurden, finden Sie weiterhin unter der veröffentlichten Depotnummer (die frühere CSD-Nummer).


Standards: gestern und heute

Das Depot entstand bereits vor dem Aufbau der FIZ-eigenen Datenbank Inorganic Crystal Structure Database (ICSD) und existiert jetzt seit rund 30 Jahren. Zu Beginn waren die Aufnahmekriterien für das Depot noch nicht klar definiert, so dass sowohl anorganische als auch organische Kristallstrukturen erfasst wurden. Die meisten Einträge bezogen sich auf deutsche Journale. Es gab noch keine einheitliche und standardisierte Einreichungsform der Daten, die meisten Kristallstrukturen wurden auf Papier eingereicht und waren in Einzelfällen sogar mit handschriftlichen Ergänzungen versehen. Diese Daten sind auch noch heute bei FIZ Karlsruhe archiviert und jederzeit zugänglich. 

Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. Mittlerweile werden alle Daten standardisiert hinterlegt. Strukturdaten werden elektronisch übermittelt.