Das Kristallstrukturdepot von FIZ Karlsruhe

Der Safe für anorganische Kristallstrukturen

Im Kristallstrukturdepot von FIZ Karlsruhe werden Kristall­strukturen, die in Publikationen genannt werden, hinterlegt. Diese Information kann dann von Wissenschaftlern, die mehr über den in einem Artikel beschriebene Kristall wissen wollen, abgerufen werden. Anlass für den Aufbau des Depots war die Erkenntnis, dass wichtige Kristallstruktur-Informationen in vielen Publikationen fehlten.

 

Viele bekannte Zeitschriften aus dem Bereich der Kristallo­graphie fordern ihre Autoren gezielt auf, ihre publizierten Kristallstrukturen im Kristallstrukturdepot von FIZ Karlsruhe zu hinterlegen. Aber auch ohne eine vorherige Publikation können Wissenschaftler unseren Service nutzen. So wächst das Depot jährlich um mehr als 1.500 Strukturen, der Gesamtbestand des Depots liegt momentan bei ca. 28.000 Einträgen.

 

Die hinterlegten Kristallstrukturen sind vollständig definiert und enthalten den Namen (falls vom Autor vergeben), die bibliografischen Angaben (sofern bereits publiziert) sowie alle maßgeblichen Parameter der Einheitszelle.

 

Zu jeder fest definierten Kristallstruktur vergibt FIZ Karlsruhe bei Aufnahme in das Depot eine sogenannte CSD-Nummer (Crystal-Structure-Depot-Nummer). Diese Nummer stellt eine eindeutige Zuordnung zur hinterlegten Struktur dar und kann in Publikationen als Referenz verwendet werden.

 

Bei Bedarf können die Datensätze im Depot unter Angabe der dazu gehörigen CSD-Nummer kostenfrei bei FIZ Karlsruhe angefordert werden.


Standards: gestern und heute

Das Depot entstand bereits vor dem Aufbau der FIZ-eigenen Datenbank Inorganic Crystal Structure Database (ICSD) und existiert jetzt seit rund 30 Jahren. Zu Beginn waren die Aufnahmekriterien für das Depot noch nicht klar definiert, so dass sowohl anorganische als auch organische Kristallstrukturen erfasst wurden. Die meisten Einträge bezogen sich auf deutsche Journale. Es gab auch noch keine einheitliche und standardisierte Einreichungsform der Daten, die meisten Kristallstrukturen wurden auf Papier eingereicht und waren in Einzelfällen sogar mit handschriftlichen Ergänzungen versehen. Diese Daten sind auch noch heute bei FIZ Karlsruhe archiviert.

 

Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. Mittlerweile werden alle Daten standardisiert hinterlegt, der Fokus im Kristallstrukturdepot von FIZ Karlsruhe liegt ausschließlich auf anorganischen Kristallstrukturen. Strukturdaten werden elektronisch übermittelt.

 

State of the Art ist das CIF-Format (Crystallographic Information File) der International Union of Crystallography (IUCr). Aber es werden nicht nur neue Kristallstrukturen im Depot hinterlegt. Jedes Jahr werden auch rund eintausend Datensätze von Interessenten abgerufen.

 

FIZ Karlsruhe als unabhängige und neutrale Institution ist dabei der Garant, dass wissenschaftliche Forschungsdaten gesammelt und im Gegenzug jederzeit kostenfrei an die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit abgegeben werden.


Helpdesk

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