Bohnen, die sich lohnen

Foto: Andrii Gorulko/Shutterstock.com
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2016 – Das Jahr der Hülsenfrüchte

Die Hülsenfrüchte, dazu zählen Bohnen, Erbsen, Erdnüsse, Kichererbsen, Linsen, Sojabohnen und Lupinen haben es schon rein sprachlich nicht leicht bei uns. Da gibt es den nervigen Pedanten, umgangssprachlich als Erbsenzähler tituliert. Geringe Geldbeträge im Millionenbereich, die kaum der Rede wert seien, werden in Bankerkreisen abfällig als Peanuts (Erdnüsse) bezeichnet, während eine Bohnenstange die wenig schmeichelhafte Bezeichnung für einen langen, schlaksigen Menschen ist. Und wer möchte schon eine Prinzessin auf der Erbse sein, wie im Märchen der Gebrüder Grimm? In der Bibel steht ein Linsengericht synonym für etwas Billiges. So wird von Esau berichtet, der seine Verachtung für sein Erstgeburtsrecht dadurch ausdrückt, dass er es für ein wertloses Linsengericht hergibt.1 Und zu allem Überfluss stehen die Hülsenfrüchte  in dem Ruf, bei Verzehr üble Verdauungsprobleme hervorzurufen.


Hände weg vom Steuer

Kaiser Wilhelm II

„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung“, so die Auffassung des letzten deutschen Monarchen, Kaiser Wilhelm II.1 Dieser Einschätzung zum Trotz trat das Auto einen globalen Siegeszug an und ist heute das individuelle Fortbewegungsmittel schlechthin. Vom Pferd zum Automobil – das war zu Zeiten Kaiser Wilhelms II. eine Revolution in Sachen Mobilität. Heute scheint ein erneuter fundamentaler Wandel unmittelbar bevorzustehen: vom personengesteuerten zum selbstfahrenden Auto. Noch fällt vielen passionierten Autofahrern diese Vorstellung schwer. Ihr Auto wird schon bald alleine fahren, steuern, bremsen und einparken. Der Fahrer und seine Fahrkünste verlieren an Bedeutung. Die großen Automobilkonzerne haben längst damit begonnen, die neue Ära des autonomen Fahrens einzuläuten. Aber auch automobilfremde Firmen wittern Marktchancen. Eine Patentrecherche in der STN Datenbank Derwent World Patent Index (DWPI) beweist eindrucksvoll die stark ansteigenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf diesem Gebiet in den letzten fünf Jahren.2


Von der Kunst, Kunststoffe wiederzuverwerten

Plastikmüll verrottet nicht, sondern summiert sich zu riesigen Müllbergen an Land wie auch im Meer

Kunststoffe haben viele positive und einzigartige Eigenschaften: Je nach Sorte kann Kunststoff enorm dehnbar, elastisch oder starr, wasserunlöslich, klebrig, wärmeverformbar, leichter als Wasser, schlagzäh, manchmal doppelbrechend, transparent oder undurchsichtig, nichtleitend, mithin stärker als Stahl und scheinbar ewig haltbar sein.

 

Doch trotz dieser enormen Spannbreite von Eigenschaften liegt allen Kunststoffsorten eine gemeinsame molekulare Struktur zu Grunde. Sie alle bestehen aus langen Ketten von sich wiederholenden Moleküleinheiten, aufgereiht ähnlich wie die Perlen auf einer Schnur. Der deutsche Chemiker Hermann Staudinger gilt als Entdecker dieser Substanzklasse der Riesenmoleküle (Makromoleküle). 1953 erhielt er für seine Forschungen zum Aufbau der Kunststoffe den Nobelpreis.


FIZ Newsline