Im Blickpunkt

Der Neuheitswert einer Erfindung

Das Rad muss bekanntlich nicht neu erfunden werden. Aber offensichtlich ist diese Alltagsweisheit nicht in allen Erfinder-Köpfen präsent. Das Europäische Patentamt stuft dieses Thema sogar als eine der sieben Todsünden des Erfinders ein.

Abbildung 1: Zeichnung des Europäischen Patentamtes: Eine der Todsünden des Erfinders – Altbekanntes wird zum Patent angemeldet. [1]

Hintergrund: Nach Schätzungen des Europäischen Patentamtes werden in Europa jährlich 20 Milliarden Euro für sogenannte Doppelerfindungen verschwendet. Ein enormer Schaden für die europäische Volkswirtschaft, der aufgrund seiner Höhe nicht zu ignorieren ist. Wie kommt es dazu?

 

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen wie auch einzelne Erfinder vergessen über ihren Ideen all zu leicht den Rest der Welt. Sie fokussieren ihre Arbeit einzig auf die Entwicklung der Erfindung. Verständlicherweise dominiert dabei oft das Gefühl etwas Einzigartiges erfunden zu haben. Dabei gerät die Vorstellung ins Abseits, dass auch andere Menschen auf der Welt die gleiche Idee bereits gehabt haben könnten.

 

Es kostet viel Geld und Zeit eine neue Idee bis zum patentierbaren Prototyp zu entwickeln. Haben schon andere vorher diese Erfindung zum Patent angemeldet, ist all die vorangegangene Arbeit und Mühe umsonst gewesen. Die Erfindung besitzt keinen Neuheitswert und wird vom Patentamt zurückgewiesen. Es kann kein Schutzrecht erteilt werden. Weiterlesen...


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